Dread: Toter Wellensittich
Vor mir sitzen vier erwachsene Menschen und starren ängstlich auf einen Jenga-Turm. Dread ist der Alfred Hitchcock unter den Rollenspielen. Mit einfachen Mitteln Spannung erzeugen.
Der Turm ist der Star. Der Nachteil: Die Spieler trauen ihren Charakteren nichts mehr zu.
“Möchtest du nach Spuren suchen?”
“Nein, lieber nicht, dann muss ich ja wieder einen Block ziehen!”
Die Fragebögen kommen dagegen zu kurz. Eigentlich haben alle Spaß daran. Serienmörder, Entführungen, verhungerte Wellensittiche und andere dunkle Geheimnisse prägen die Vorgeschichte der Charaktere. Aber das ist alles viel zu viel; ein Bruchteil davon kann im Spiel auftauchen. Experiment fürs nächste Mal: Nur Fragebögen austeilen und das Abenteuer um die Antworten stricken.
Am Ende ist das Kleinkram, gemessen an der Dramatik um den Jenga-Turm. Er kippt, er wird kippen! Nein, er kippt nicht, der Charakter lebt weiter.
Schließlich fällt der Turm, er muss fallen, das Monster fordert seinen Tribut. Die anderen kommen davon. Erleichterung! Schon jetzt einer der Rollenspielmomente des Jahres.